Altersgerechtes Wohnen: Zuhause alt werden

Altersgerechtes Wohnen: Zuhause alt werden

„Zuhause ist es am schönsten“ – Nach diesem Motto leben sehr viele Personen, speziell SeniorInnen. Der Wunsch, so lange wie möglich selbstständig zu sein und Zuhause zu leben, ist bei ihnen oft besonders groß.

Wenn man die hohen Kosten und den Mangel an Fachkräften in Pflegeeinrichtungen bedenkt, ist dieses Anliegen auch gesellschaftlich sinnvoll.

In diesem Blogartikel erfahren Sie mehr über altersgerechtes und barrierefreies Wohnen, über Alltagshilfen für hilfebedürftige Menschen und über Notfalluhren.

 

1. Wohnen im Alter: Welche Möglichkeiten gibt es?

Häufig sind ältere Personen und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, in Pflegeheimen untergebracht und dies ist vermutlich auch die erste Wohnform, die uns beispielsweise zum Begriff Wohnen im Alter einfällt. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Wohnmöglichkeiten für Menschen, die Hilfe im Alltag benötigen:

 

Betreutes Wohnen

Die Personen leben wie gewohnt Zuhause, erhalten allerdings Unterstützung von Einrichtungen, wie der mobilen Pflege oder von Betreuungsservices, wie z.B. Essen auf Rädern.

Professionelle HeimhelferInnen und Pflegefachkräfte unterstützen die betroffenen Menschen u.a. bei der medizinischen Versorgung, beim Einkaufen, im Haushalt, bei der Körperpflege, beim Arztbesuch oder anderen Terminen sowie beim Essen.

 

24h Pflege

Hier wohnen die PflegerInnen bei der zu betreuenden Person, um sie rund um die Uhr medizinisch zu versorgen, Einkäufe zu erledigen, zu kochen und diese geistig und körperlich zu fördern.

Für diese Form der Pflege benötigen Sie ein eigenes Zimmer oder eine abgetrennte Schlafmöglichkeit für die Pflegefachkraft.

Diese Wohnform ist speziell für sehr pflegebedürftige Personen geeignet, zumeist betrifft das Personen ab Pflegestufe 3.

 

Senioren-WGs

Wie bei einer typischen Wohngemeinschaft teilen sich SeniorInnen hier eine Wohnung und die Kosten.

Für alleinstehende und kontaktfreudige ältere Personen ist diese Wohnform besonders geeignet.

Es gibt auch Wohngemeinschaften mit professioneller Unterstützung von Pflegekräften.


Mehrgenerationenwohnen


Es gibt verschiedene Formen von Mehrgenerationenwohnen, jedoch hat jede dieser Wohnformen gemeinsam, dass Personen unterschiedlicher Altersgruppen in einem Wohngebäude leben. Zumeist mit Gemeinschaftsräumen, um den Austausch zwischen Jung und Alt zu fördern.

Die wohl bekannteste Form des Mehrgenerationen-Wohnens ist, wenn die eigene Familie gemeinsam in einem Wohngebäude lebt. Es gibt aber auch Projekte z.B. in Wien und Salzburg, wo ein/e StudentIn mit einem/r SeniorIn zusammen wohnt.

Das bietet Vorteile auf beiden Seiten: Leistbares Wohnen für den/die StudentIn und Gesellschaft für den/die SeniorIn.

 

Tageszentren für hilfebedürftige Menschen


Bei dieser Wohnform erhält die ältere Person tagsüber Betreuung in Form von individueller Pflege, Verpflegung sowie Ergo-, Physio- oder Psychotherapie.

Es werden auch Ausflüge gemacht, Veranstaltungen abgehalten und Angehörige beraten. In den Tageszentren werden SeniorInnen und auf Hilfe angewiesene Personen von Pflegekräften tagsüber professionell betreut.

 

Altersgerechtes Wohnen Zuhause


Bei dieser Form des Wohnens lebt der/die SeniorIn bzw. die hilfebedürftige Person Zuhause. Wichtig dabei ist, die Wohnung bzw. das Haus für die betroffene Person barrierefrei zu gestalten.

Alltagshilfen und auch Notfalluhren können hier eine große Unterstützung sein. Darauf gehen wir aber in unserem Blogbeitrag später noch genauer ein.

 

2. Barrierefreies Zuhause: Wie gelingt es, barrierefrei zu leben? 

Das Eigenheim in eine altersgerechte Wohnung umzugestalten oder umzubauen ist besonders wichtig. Es ist nicht immer gleich ein Umbau notwendig.

Auch kleine Maßnahmen, wie das Anbringen von rutschfesten Matten in Bad und Küche sowie die barrierefreie Gestaltung des Badezimmers und WCs mit Haltegriffen, kann SeniorInnen und hilfebedürftige Menschen dabei helfen, ihre Selbstständigkeit zu bewahren.

Besonders bedeutsam beim altersgerechten, barrierefreien Wohnen ist der Ein- bzw. Ausgang zur Wohnung oder zum Haus. Achten Sie darauf, dass die betroffene Person keine Treppenstufen bewältigen muss.

Schwellenlose Übergänge sind generell sehr wichtig und können Stürze verhindern.

Eine weitere Voraussetzung für das barrierefreie Wohnen ist die Erreichbarkeit von Geräten, Lichtschaltern und Steckdosen. Achten Sie darauf, dass diese in entsprechender Höhe und bequem für die auf Hilfe angewiesene Person angebracht sind.

Breite Türen im Falle einer Benutzung eines Rollstuhls oder einer Gehhilfe können ebenfalls eine große Unterstützung sein.


In der Stadt, aber besonders auch am Land, sollten Sie auf eine altersgerechte Wohnung achten. Prüfen Sie, ob das Eigenheim an die örtliche Infrastruktur angeschlossen ist und ob sich ein Lebensmittelgeschäft oder ein Arzt oder eine Ärztin in der Nähe befindet.


Falls Sie einen Umbau Ihres Eigenheims planen, kontaktieren Sie am besten Betriebe, die bereits Erfahrung mit der Gestaltung von seniorengerechten Wohnungen haben.

Des Weiteren gibt es, je nach Land und Bundesland, entsprechende Förderungen für das altersgerechte Wohnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Online-Plattform für Österreich.

Eine weitere Möglichkeit wäre, nach einer Immobilie für das altersgerechte Wohnen zu suchen. Diese Wohnungen sind speziell auf die Bedürfnisse von SeniorInnen und hilfebedürftige Menschen ausgerichtet: Sie sind barrierefrei und behindertengerecht gestaltet und verfügen über ein Notruf- und Brandmeldesystem sowie eine Küche und ein rollstuhlgerechtes Badezimmer.

Weitere Informationen finden Sie erneut auf der oben genannten Webseite.

 

3. Alltagshilfen für SeniorInnen: Welche sind zu empfehlen?

Von Betreuungsservices, über digitale Helfer, bis hin zu Notrufsystemen wie Notfalluhren – Das Angebot ist vielfältig. Da kann man auch schnell mal den Überblick verlieren, was hier sinnvoll ist. 

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Services:


Betreuungsservices

Je nach Pflegestufe der betroffenen Person gibt es verschiedene Angebote an professioneller Betreuung, aber auch an kleinen Alltagshelfern.

Für Menschen, die nicht mehr selbst kochen oder einkaufen können, gibt es z.B. Essen auf Rädern. Hier wird die warme Mahlzeit bzw. das jeweilige Menü u.a. vom Roten Kreuz oder von Malteser frisch nach Hause geliefert.

Für Menschen, die Pflege-Dienste benötigen, empfehlen wir die mobilen Dienste bzw. den Sozial- und Gesundheitssprengel.

Professionelle PflegerInnen in Ihrer Nähe, kommen zu Ihnen nach Hause, verabreichen z.B. Medikamente, und pflegen die betroffene Person.

 

Digitale Helfer

Ein sogenanntes "Smart Home", aber auch kleine digitale Helfer können das Leben von hilfebedürftigen Personen sehr vereinfachen: Mit einem Fingertipp können z.B. Türen geöffnet werden und mit ihnen gelingt altersgerechtes barrierefreies Wohnen.

Abschaltautomatiken, wie u.a. für den Herd, tragen ebenfalls sehr zur Sicherheit von hilfebedürftigen Personen bei.

Weitere Optionen sind Saugroboter, Kochautomaten sowie Seniorenhandys.

Es gibt aber auch medizinische Helfer, wie digitale Tablettenspender mit Erinnerungsfunktion.

Welche digitalen Assistenzsysteme für Sie oder Ihr Elternteil sinnvoll sind, kommt ganz darauf an, welche Form von Unterstützung die betroffene Person benötigt bzw. wie selbstständig die Person ist.

Für Menschen, die häufig vergessen, den Herd abzuschalten, empfehlen wir Abschaltautomatiken. Für Personen mit Bewegungseinschränkungen kann ein Lift oder das Öffnen von Türen per Klick sinnvoll sein.



Notrufsysteme


Für die Sicherheit und für eine rasche Hilfe bei Stürzen, Unfällen oder einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von SeniorInnen und hilfebedürftigen Menschen sind Notrufsysteme besonders sinnvoll.

Es gibt u.a. den Hausnotruf: Dabei tragen die betroffenen Personen z.B. einen Handsender in Form einer Uhr oder Kette oder ein Armband am Handgelenk.

Durch Betätigen des Notfallknopfs wird schnell eine Verbindung zu ausgebildeten RettungssanitäterInnen hergestellt.

Eine weitere beliebte Option sind Notfalluhren, auf die wir im nächsten Punkt speziell eingehen.



Notfalluhren: Wie helfen sie dabei, altersgerecht zu wohnen?


Notfalluhren sind ein wichtiges Tool für die Sicherheit von SeniorInnen, aber auch allgemein für hilfebedürftige Menschen.

Im Falle eines Sturzes wird ein Anruf an angegebene Notfallkontakte, wie Familienmitglieder, abgesetzt. Die Uhr erkennt mithilfe eines Sensors, wenn eine Person stürzt.

Diese hat anschließend kurz Zeit, um die Frage zu beantworten, ob alles in Ordnung ist. Wenn die Person dies durch Drücken eines Knopfes bestätigt, wird kein Anruf abgesetzt.

Wenn die Person sich allerdings nicht meldet oder den Knopf eine gewisse Zeit lang z.B. 30 Sek. nicht drückt, wird automatisch der erste Notfallkontakt angerufen.

Notrufuhren sind daher nicht nur für das altersgerechte Wohnen sinnvoll, sondern auch, wenn sich die hilfebedürftige Person auswärts, z.B. bei einem Spaziergang, beim Radfahren oder einer anderen Aktivitäten im Freien befindet.

Dieses Notrufsystem ist speziell für alleinstehende Menschen geeignet, die gern Zuhause wohnen und relativ selbstständig sind. Aber auch für Paare.

Mithilfe der Notfalluhr kann nicht nur die Sicherheit sowie das Sicherheitsgefühl von den betroffenen Personen gestärkt werden, sondern auch das der Familienmitglieder oder Verwandten.

Sein Elternteil, seine Verwandten oder natürlich auch sich selbst in Sicherheit zu wissen und schnelle Hilfe bei einem Notfall zu erhalten, ist von besonderer Bedeutung.

 

Fazit

Der Wunsch, auch im hohen Alter noch Zuhause zu wohnen, ist bei SeniorInnen und auf Hilfe angewiesene Personen oft groß.

Wenn die betroffene Person noch relativ selbstständig ist, kann das altersgerechte Wohnen hier eine gute Lösung sein. Dabei ist es besonders wichtig, das Haus oder die Wohnung der jeweiligen Person barrierefrei zu gestalten.

Schwellenlose Übergänge und ein barrierefreier Ein- und Ausgang des Eigenheims sind dabei essenziell.

Alltagshelfer, wie automatische Abschaltsysteme, z.B. für den Herd, aber auch Dienste, wie Essen auf Rädern, oder mobile Pflegedienste können ebenfalls zur Sicherheit und Unterstützung von hilfebedürftigen Menschen im Alltag beitragen.

Für bestimmte Personen und Familiensituationen können Notfalluhren eine gute Ergänzung sein, um zu Hause sicher alt zu werden. Die Uhren benachrichtigen Notfallkontakte, wenn sich die betroffene Person nach einem Sturz oder Unfall nicht meldet oder es ihr nicht gut geht.

Die Notfalluhren sind für die eigene Sicherheit von hilfebedürftigen Menschen und SeniorInnen, aber auch für das Sicherheitsgefühl von Familienmitgliedern von besonderer Bedeutung.

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